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Hochzeit mit Hindernissen

Hochzeit mit Hindernissen

Theater Chemnitz

Seit dem 16.09.2017 spiele ich am Theater Chemnitz in Hochzeit mit Hindernissen.

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Showcase 2017

Monday, 24. April 2017 4:00 + 6:00 PM

NYU Steinhardt Music Theatre Showcase

Save the date for NYU Steinhardt's COMBINED graduate & undergraduate music theatre showcase.

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Recital

6. Mai 2017

Black Box Theater NYU Steinhardt

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About

Am 08. Oktober 1990

hatte ich irgendwie kein Bock mehr auf “Dunkel” und arbeitete mich dem Licht entgegen. Künzelsau war nicht unbedingt meine Wahlstadt gewesen aber definitiv steigerungsfähig.

Meine Eltern, eine sehr schöne, intelligente Hamburgerin und ein robuster, humorvoller, Bonner Freigeist, nahmen mich als Letzten von Vieren in ihre Patchworkfamilie auf, wo ich eine wunderbar turbulente Kindheit im schwäbischen Moeckmuehl verbrachte. Ja genau, Möckmühl.

Am besten einfach mal googeln!

Trotz der Tatsache, dass es relativ ungewöhnlich war in Möckmühl als männliches Gemeindemitglied das Tanzbein zu schwingen, begab ich mich mit stolzer Brust und meinen neun Jahren in den von Hennen dominierten Ballettkurs.

Man kann es nicht anders sagen.

Ich kam, sah und siegte.

Ich bin wohl einer der wenigen Menschen auf dieser Welt, der weiss, dass die Aufgabe des Nussknackers im zweiten Akt nicht nur daraus besteht Nüsse zu knacken. Sein schwieriges Verhältnis zur Zuckerfee, was an Medeas Mutter-Kind- Beziehung erinnert, verlangt eine durchweg intensive und hölzerne Charakteranalyse. Aufgrund meiner

‘großartigen’

Darstellungsweise blieb es nicht nur bei einem Stück. Es folgten die Welt Klassiker Schwanensee und Giselle auf Tour im schönen Jagsttal.

Meine Stimme entdeckte ich einige Jahre später, nachdem ich von einer befreundeten Sängerin meiner Mutter im Urlaub darauf angesprochen wurde, ob ich nicht Lust hätte ein paar Gesangsstunden bei ihr zu nehmen. Also tat ich dies an der Möckmühler Musikschule, woraufhin kurz danach noch ein Schauspielunterricht folgte. So richtig Lust auf mein Naturwissenschaftliches Gymnasium hatte ich um ehrlich zu sein, nie, denn ich war einfach nicht gut darin. Ich konzentrierte mich lieber auf Jugend Musiziert, den Chor, das Tanzen, auswärtige total überteuerte Musical Workshops und die immer wieder aufkommenden Ballett Aufführungen.

Mit 16 Jahren

war es dann soweit. Nachdem mich meine Ballettlehrerin zu einer Aufnahmeprüfung an die Akademie des Tanzes geschleppt hatte und ich überraschenderweise aufgenommen wurde, brach ich voller Freude meine Schule nach der Mittleren Reife ab, und zog alleine nach Mannheim um mich voll und ganz dem Tanz zu widmen. Mannheim vermittelte mir bis zu diesem Zeitpunkt ein ‘Großstadtfeeling’ was mir Möckmühl nicht unbedingt bieten konnte. Da ich allerdings noch einige Dinge tänzerisch nachzuholen hatte, wurde ich direkt in drei unterschiedliche Niveau Klassen gesteckt, sodass für ein Großstadt Entdecken überhaupt keine Zeit war, mir jegliche Kräfte geraubt wurden und ich mich langsam fragte, ob mich wirklich Tanz alleine glücklich macht.

Nach einem Jahr war ich mir dessen sicher durch und ich verließ Mannheim um in Essen-Werden am Tanzgymnasium mein Abitur mit dem Leistungskurs Tanz nachzuholen. Ach, war das ein Spaß! Zurück zu Pflichten, Hausaufgaben, Klassenarbeiten und hormongesteuerten Mitschülern.

Um in Essen besser Fuß fassen zu können, steckten mich meine Eltern auch noch ins Sport und Tanzinternat. Verzweifelt versuchte ich nicht nur den Schwimm,Tennis und Kanuten Kontakt zu den zukünftigen Olympioniken und den Tänzern zu knüpfen, sondern auch in der Schule nicht nur

‘als Schwabe’

nett belächelt zu werden.

Es dauerte nicht lange bis ich die Regeln des Internats durchblickte und mich komplett entfalten konnte. Des weiteren bemerkte ich sehr schnell dass die “Pott Bewohner” unglaublich umgänglich und unkompliziert sind sodass Freundschaften knüpfen sich nicht als die größte Herausforderung entpuppte. Es folgten drei turbulente Jahre mit Kiffen, vielerlei Partys, drei Umzügen, verschiedenster Theatererfahrungen etc etc, in denen ich mich durch die Oberstufe mogelte, bis ich mein Ziel erreichte:

Ich hatte die Aufnahmeprüfung der Folkwang Universität der Künste bestanden. Ein Musical Studium.

Ich wollte mich nie für eine der Sparten Tanz, Gesang oder Schauspiel entscheiden. Ich wollte immer eine solide Ausbildung in allen drei Disziplinen, sodass sich ein solches Studium ideal für mich herausstellte. Und ich hatte es geschafft. Mit fünf anderen Bekloppten begab ich mich also für vier Jahre in die Anstalt und habe es nie bereut. Im Gegenteil, ich will diese Zeit in meinem Leben niemals missen.

Wat fürne emotionale Jeschichte.

Im Laufe der vier Jahre bekam ich nicht nur die Chance die unterschiedlichen Theater Kantinen im Ruhrgebiet testen zu dürfen und ich muss zugeben, dass Gelsenkirchen einen halben Stern verdient hätte, sondern auch auf der Bühne von Gladbeck bis Bonn fand ein wunderbares “Ausprobieren” statt.

Als auch diese schön Zeit sich langsam dem Ende zuneigte, fragte ich mich erneut, was die Zukunft mir bringen solle. Mein Wunsch für eine Zeit lang im Ausland zu leben und Theater zu machen dominierte meine Gedanken anstatt sich in die deutsche Theaterwelt zu schmeißen. Also bewarb ich mich für einen Master Studienplatz in New York an der New York University Steinhardt für ein Vocal Performance Programm...

...und wurde akzeptiert.

Wer hätte gedacht, dass ich irgendwann einmal für eine englischsprachige Shakespeare Produktion gecastet werde? Ich definitiv nicht. Aber wie das Leben so spielt, war dies der Beginn meiner Auslandserfahrung in der Stadt die niemals schläft. Wie oft ich an meine Englischlehrer in der Schule zurück dachte, wenn ich auf der Bühne stand. Ein Englisch- Ass war ich in der Schule ja nicht unbedingt, aber offensichtlich hatte ich es nun geschafft den ein oder anderen Amerikaner davon zu überzeugen, dass ich Amerikaner bin, der bewusst einen deutschen Akzent für seine Rolle ausgewählt hat.